Stell dir vor es ist Wahl und keiner geht hin

 

Meine Damen und Herren. Alle Jahre wieder erreicht bestimmt jeden unter Ihnen die eine oder andere Wahlbenachrichtigung. Sei es für die Wahl eines Bürgermeisters, eines Landtages oder für die Bundestagswahl. Und spätestens bei der Bundestagswahl werden Ihnen sicherlich die zahlreichen Plakate aufgefallen sein, welche an Laternenpfählen, Plakatsäulen oder eigens dafür aufgestellten Wänden angebracht sind. Auf diesen Plakaten sehen Sie dann nur eines: Gesichter, Gesichter und noch einmal Gesichter und vielleicht hin und wieder einen nichtssagenden Spruch. Macht es überhaupt noch einen Unterschied, von was für einer Partei das Plakat stammt? Ob nun Konservative, Umweltschützer, „Neo-Liberale“ oder Kommunisten, könnten Sie erraten, zu was für einer politischen Partei ein Plakat gehören würde, wenn kein Logo darauf wäre? Vorausgesetzt natürlich, Sie denken überhaupt noch wirklich über Politik nach. Denn es ist längst nicht mehr nur die allzeit infame Jugend, nein die Politikverdrossenheit ist längst in der so genannten „Mitte der Gesellschaft“ angekommen. Das mag für Sie vielleicht übertrieben klingen, aber wenn es so weiter geht, dauert es gar nicht mehr lange, bis man frei nach Carl Sandburg sagen könnte: Stell dir vor, es ist Wahl und keiner geht hin.